Rheinische Post , 05.03.2010

 

Spaß gibt's Schlag auf Schlag
VON SANDRA KREILMANN

Heiligenhaus (RP) Beim Tag der offenen Tür in der Musikschule Heiligenhaus ging es vor allem um die Wahl des richtigen Instrumentes. Schulleiterin Claudia Krausse: "Man kann in jedem Alter anfangen, etwas Neues zu lernen."

Am liebsten würde der elfjährige Lukas lernen, wie man richtig Schlagzeug spielt. Irgendwann möchte er mal in einer Band oder sogar im Orchester dabei sein. "Weil es einfach Spaß macht", meinte er. Das fanden andere auch. Denn zum Aktionsnachmittag der Heiligenhauser Musikschule kamen viele, die gerne mal ein Instrument ausprobieren wollten.

"Das Instrument, das man gerne lernen möchte, sollte man zumindest kennen lernen, bevor man sich für den Unterricht anmeldet", urteilte Schulleiterin Claudia Krausse. "Sonst wird die Entscheidung, Unterricht zu nehmen, schnell zu einer Fehlentscheidung." Das Angebot, im Musikschulgebäude am Südring nicht nur die Instrumente, sondern auch gleich die Lehrer kennen zu lernen, nutzten viele Familien.

Beim Tag der offenen Tür geht es vor allem darum, herauszufinden, welches Instrument das richtige ist. Am beliebtesten seien gerade die Instrumente, die in den Medien sehr präsent seien: Schlagzeug, Gitarre und Geige, aber auch Blasinstrumente. Krausse betonte: "Je eher man beginnt, desto besser, aber eigentlich kann man in jedem Alter anfangen, etwas Neues zu lernen."

Krausses älteste Schülerin ist sogar schon 78. Das erste Mal hat in diesem Jahr eine Kooperation mit den Heiligenhauser Grundschulen stattgefunden. Die musikalische Grundausbildung steht dort auf dem Stundenplan. Einmal die Woche geben dort Lehrer der Musikschule auf kindgerechte Weise erste Einblicke in musikalische Zusammenhänge. Mit rund 650 Schülern sind die Kapazitäten der Schule voll ausgelastet. Deshalb sind die Wartelisten ziemlich lang.

"Irgendwas macht man ja doch richtig, wenn die Abmeldequote so niedrig ist. Es ist aber schade, dass wir dann den Interessierten nicht sofort helfen können", sagte die Schulleiterin, die auch Klavier und Klarinette unterrichtet. Gerade auf die persönliche und individuelle Betreuung werde bei der Musikschule viel Wert gelegt. "Ich erkläre die Dinge auch gerne tausend Mal, solange der Schüler interessiert und motiviert ist. Wenn das Interesse aber nicht mehr vorhanden ist, dann freut sich jemand von der Warteliste."

Vor allem die Perspektiven sind mit den zahlreichen hauseigenen Orchestern und Chören gegeben. Sogar eine neue Rockband wird momentan aufgebaut. "Man merkt schon, dass manche Eltern sich den Musikunterricht für ihre Kinder zusammen sparen müssen, aber es ist ihnen wichtig. Denn Musik ist einfach ein Ur-Bedürfnis", meinte Krausse. "Menschen haben immer schon Musik gemacht und ich glaube, dass wirklich unmusikalische Menschen sehr selten sind."