Rheinische Post , 07.06.2008

 

Der Reiz der Vielfalt
VON RUTH ORTLINGHAUS

Heiligenhaus (RP) "Kreuz und quer durch den Garten"
nannte Andreas Dietrich vom Leitungsteam der
Musikschule das Programm ohne eigentliches Motto.
Zu hören waren sehr schöne Leistungen.

"Freude schöner Götterfunken" intonierte das Sinfonieorchester der Musikschule Beethovens "Europamelodie" nach einem Arrangement von Karajan. Diese Ode an die Freude lag wie ein gutes Omen über dem Sommer-Konzert in der Kant-Aula. Das dreistündige Musizieren von mehr als 200 Kindern und Jugendlichen glich einem glitzernden Feuerwerk, das mit vielen Funken das Publikum infizierte und in der sicht- und hörbaren Musizierfreude ansteckte.

Breite Palette

In der Vielfalt lag der Reiz und zeigte die Intention des Lehrkörpers, den Schülern ein breites musikalisches Spektrum zu vermitteln. "Kreuz und quer durch den Garten" nannte Andreas Dietrich vom Leitungsteam das Programm ohne eigentliches Motto, welches von der Klassik über Folk, von Jazz bis zum Rock und Pop in einer breiten Palette von einer Stilart in die andere wechselte. Wobei die Leistungslatte hoch angelegt war und teilweise erstaunte. Der Kinderchor begab sich mit Leichtigkeit auf eine Reise durch internationale kindliche Folklore, während die "Nachtigallen" im weichen Piano Presleys Popsong "Love me tender" sangen. Sarah Kribben wagte mit Mozarts berühmter Cherobino Arie "Ihr die ihr Triebe des Herzens kennt" aus Figaros Hochzeit in gefälliger Stimmtimbrierung einen schwierigen Part. Zwei junge Pianisten überzeugten mit ihren Soli. Johannes Janssen spielte ein Andantino E-Dur von Heller klangvoll in gekonnt formaler Abrundung. Felix Lochner überraschte feinnervig interpretiert in fantasievoller Tonalität und Harmonik mit seiner Eigenkomposition "Tagträume". Die Blockflöten wählten ein Menuett aus Händels Feuerwerksmusik und als Kontrast das Traditional "Yankee Doodie". In Händels höfischer Bourré aus der "Wassermusik" überzeugte das Sinfonieorchester als niveauvoller homogener Klangkörper, ebenso in Williams evokativen Filmmelodien zu "Schindlers Liste". Das Gitarrenensemble intonierte mit effektvollen akzentreichen Rhythmen die Rock-Ballade "Stairways to Heaven" und Grafs "Bossa Love und Salsa Salsa".

Sehr schmissig das Akkordeonorchester mit dem Pop-Tanz "Larger than Life" und der poppigen Country-Mischung "I‘m Gonna Getcha Good", mit pfiffig eingesetztem Schlagzeug. Das Blasorchester glänzte mit seinen prächtigen schwungvollen Sounds und den zusätzlichen Percussions-Effekten in "The Mask of Zorro", einem Ohrwurm von Susato und dem rockigen Song "The Girl from Ipanema". Herausragend die Bläser-Ensembles mit ihren prächtigen Saxophonen in Jazz und Pop. Die jungen Schlagzeuger brachten in fantastischer Rhythmik die Bandbreite der Perkussionsinstrumente voll zum Klingen. Mit schwungvoll gewaltigen Klangwelten im Zusammenspiel einiger Orchester und allen Ensembles fand das Konzert einen stimmungsvollen Abschluss.

Zweimal Abschied

Die Vorschulkinder aus der musikalischen Früh- und Grundausbildung verabschiedeten sich mit Lied und Tanz aus ihrem zweijährigen Kurs.

Der rührige Förderverein verabschiedete die Gäste auf dem Vorhof mit Speis und Trank. Und das bis in den späten Abend unter den fetzigen Klängen der Rockband.