Rheinische Post , 10.03.2008

 

Wo Ausprobieren über alles geht
VON RUTH ORTLINGHAUS

Heiligenhaus (RP) Tag der offenen Tür an der Musikschule: Erst
kamen in der Kant-Aula die Nachwuchs-Ensembles zum Zug.
Anschließend war am Südring reichlich Gelegenheit für
musikalische Premieren und großes Kennenlernen.

Aufgeregte Stimmung in der Kant-Aula. Das fünfte Kinderkonzert der Musikschule war angesagt und 150 kleine Musikanten zwischen vier und zehn Jahren warteten sichtlich nervös und lautstark auf ihren Auftritt. Für viele war es eine Premiere. Der Saal des Hauses mit Gängen und Empore war dicht gefüllt mit Eltern und Verwandten. Alle wollten dabei sein, wenn ihre Sprösslinge Proben ihres Könnens zeigten. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die durchaus schon beachtlichen Leistungen und die Begeisterung der Kinder überzeugten, schufen eine heitere Atmosphäre.

Vielfältiger Nutzen

In der Folge des Programms wurde der pädagogische Aufbau der musikalischen Erziehung deutlich und die Erkenntnis, dass gerade das Spielen eines Instrumentes wie kaum ein anderes Medium Intelligenz, die Konzentrationsfähigkeit, die Persönlichkeitsbildung und das Selbstbewusstsein fördert, musizieren in Gruppen soziales Verhalten, Disziplin und Toleranz. In diesem Sinne arbeitet die Musikschule und bietet einen frühen Musikunterricht der besonderen Art an: die musikalische Früherziehung ab vier Jahren. Hier sind Schwerpunkte Singen, Sprechen, Bewegung, Tanz und das Umsetzen von Geschichten in Töne auf einfachen Instrumenten.

Ziel: einen späteren Instrumental- oder Vokalunterricht vorbereiten und musikalische Fähigkeiten wecken, sich einordnen in eine Gemeinschaft. Das "Wie" zeigten, niedlich anzusehen in Jeans, roten Pullis mit Mützen und Besen, vierzig kleine Kinder rhythmisch stampfend und schreitend beim "Tanz der Straßenfeger". Einen Schritt weiter in der musikalischen Erziehung dann schon die Spatzengruppe mit dem Lied "Alle Kinder lernen lesen". Erfreulich: Erstmals dabei war eine kleine Musik-AG der Oberilp mit dem Tanzlied "Asa built one new boat." Lara Hesse (Klarinette) und Annika Brune (Klavier) intonierten ein "Walisisches Volkslied" und "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" schon im schönen, gut aufeinander abgestimmten Spiel. Talent war auch von der kleinen Pianistin Vera Bongartz mit einer "Bourrée" hörbar. Die vier Nachtigallen in "Leis der Wind im Abend weht" und der Kinderchor mit zwei Liedern sangen in schöner Tonfärbung. Unter den Instrumentalgruppen waren zahlenmäßig die Blockflöten am größten, homogen in "Bi-Ba-Butzemann" und "Pippi Langstrumpf".

Mit vier Stücken unterschiedlicher Stilarten erfreute das Streichvororchester, mit Klassik, Tanz und Swing das Blasvororchester, die Akkordeonisten mit einem Walzer und beeindruckend die kleinen Schlagzeuger mit einer Trommel-Etüde.