RP, 08.12.14

 

 

Klangzauber an zwei Adventsabenden

Mit großen Auftritten zeigten die Ensembles der Musikschule ihr Können.
Etwa 150 Musiker gestalteten das zweistündige Programm.

Als das Fantasy-Orchester pünktlich nach dem Schulgong Schlag 17 Uhr mit "Game of Thrones" den musikalischen Reigen eröffnete, wich allmählich das Lampenfieber. Der Konzerttitel "Warten auf Weihnachten" bedeutete für die vielen Teilnehmer zunächst nämlich, dem eigenen Auftritt entgegen zu zittern. "Egal, wie viel man geprobt hat, eigentlich ginge immer noch ein bisschen mehr", war überall kurz vor Beginn die Furcht vor der eigenen Courage zu spüren. Und obwohl es spontane Programmänderungen zu verzeichnen gab, lief dann doch alles wie am Schnürchen. Jedweder Beitrag wurde vom Publikum frenetisch beklatscht. Offensichtlich hatten die Teilnehmer doch mehr als bloß genug im Vorfeld geprobt.

Dabei hieß es vorab relativ einstimmig "ich bin unglaublich aufgeregt". In grüne T-Shirts gehüllt und mit lustigen Hirschgeweihen oder Nikolausmützen kopfbedeckt, wurden die Besucher belohnt, die sich frühzeitig zum Konzert in der Aula des Kant-Gymnasiums einfanden. Querflötisten und Klarinettisten versuchten im Foyer bei Liedern wie "Let it snow" nicht aus dem Rhythmus zu geraten, spielten sich warm, hatten vor Aufregung knallrote Apfelbäckchen und wurden von begeisterten Großvätern wie Fritz Walter Schindler per Videokamera aufgezeichnet. "Ein unvergesslicher Moment!", schwärmte er. Und auch andere stolze Muttis und Papis zückten ihre Kameras, um vom musizierenden Nachwuchs Bilder für die Ewigkeit zu machen.

Und dann ging es auch auf der Bühne los. Im Mittelpunkt des Doppelkonzerts von Samstag und Sonntag stand Schnüpperle. Das ist ein von Erzählerin Annette Söllinger erdachter fünfjähriger Junge, dem die Adventszeit viel, viel zu langweilig ist. Schließlich lautete das Konzertthema "Warten ...". Sozusagen entlang dieser Kunstfigur gab es mitsing-kompatible und die Zeit stimmungsvoll verkürzende Vorweihnachts- und Filmmusik. Alle Ensemble beispielsweise spielten zu "Lasst uns froh und munter sein" gemeinsam auf, und animiert von den forschen Stimmen der Jüngsten aus dem Kinderchor schmetterten auch die Zuhörer begeistert mit. Die Sitzreihen waren übrigens so gut besetzt, dass Annabel (4) auf dem Schoß ihrer Mutter Yasemin Platz nahm - zusammen mit Sami. "Das ist mein Kuscheltier, das geht immer mit."

Die Kleinsten aus der musikalischen Früherziehung suchten zunächst den Blickkontakt zu den Muttis, ehe sie mit dem "Musiklichterzug" loslegten und anschließend doch irgendwie froh wirkten, als alles vorbei war. Auch Spatzengruppe und Heiligenhauser Kinderchor, die die unverwüstliche "Weihnachtsbäckerei" zum Besten gaben, bekamen Beifall. Je mehr Bühnenerfahrung die Mitwirkenden vorzuweisen hatten, desto souveräner gelang - natürlich - der Auftritt. Gut gefiel das Medley bekannter Beatles-Melodien ebenso wie das vom Blasorchester triumphierend geschmetterte Thema "Star wars".

Es wurde ein "runder, schöner Nachmittag", wie Margot Richter fand. Mit der Melodie von "Jesus Christ Superstar" wurde das Weihnachtskonzert beendet.

Von Valeska von Dolega

Es wurde ein "runder, schöner Nachmittag", wie Margot Richter fand. Mit der Melodie von "Jesus Christ Superstar" wurde das Weihnachtskonzert beendet.