Rheinische Post , 09.04.2008

 

Jede Menge Taktgefühl
VON PHILIPP ADOLPHS

Heiligenhaus (RP) Schlagzeug spielen – das steht an
der Musikschule hoch im Kurs, weiß Lehrer Kai Angermann.
Wer den Schlagzeug-Klang der Könner kennenlernen will,
hat am Samstag Gelegenheit dazu – in der Kima-Halle.

„Es blinkt und ist groß“, darum findet das Instrument Schlagzeug in der Musikschule so viel Anklang. Dahin geht jedenfalls die augenzwinkernd geäußerte Vermutung von Schlagzeuglehrer Kai Angermann. Am kommenden Samstag, 12. April, präsentiert er daher sein Ensemble erstmals auf ganz besondere Art.

Zu Gast sind an dem Abend auch Ensembles aus Wuppertal und Drolshagen, die zusammen ein ansprechendes Programm – natürlich nur mit Schlagzeug-Musik – füllen werden. Unterstützt wird der Abend vom Förderverein der Schule. Bis zu 40 Schüler nehmen bei Kai Angermann, dem einzigen Schlagzeuglehrer der Musikschule an zwei Tagen der Woche Unterricht. Das hohe Interesse für das Instrument hat für Neuanmeldungen eine Wartezeit von zwei Jahren zur Folge, die einigen Kindern viel Geduld abverlangt. Warum ist Schlagzeug so beliebt? „E-Gitarre, Schlagzeug, Gesang: All das gibt es auch im Pop und Rock“, bemerkt Angermann und spielt auf die Rolle dieser Instrumente für die Jugend an. Auch zu beachten sei der ausgeprägte Facetten-Reichtum und die Vielfalt des Schlagzeugs, einschließlich exotischer Perkussion wie Regenmachern, Kuhglocken, Cajons (spezielle Holzkisten) und den eigenen Händen.

Genau diese Vielfalt der Instrumente soll an dem Konzert unter dem Motto „Schlag 1.0“ akustisch und optisch vorgeführt werden, um den Zuschauern einen einmaligen Einblick in die große Welt des Schlagzeugs zu ermöglichen. Der Titel „Schlag 1.0“ soll vor allem deutlich machen, dass es „ein Konzert dieser Art in Heiligenhaus so noch nie gegeben“ hat und es das erste Mal ist, dass ein ganzer Abend ausschließlich mit Schlagzeug-Musik gefüllt wird. Ebenso eine Premiere ist, dass das Konzert in einer Art Fabrikhalle, der Kima-Halle stattfindet. Angermann wählte diesen Veranstaltungsort nicht nur aus akustischen Gründen: „Ich finde, Schlagzeug und alles darum herum passt auch einfach super in diese industrielle Atmosphäre.“ Laute Maschinen und schwer arbeitende Männer – der Bezug zum Schlagwerk ist schnell gefunden. Monate lang probten die drei Gruppen für ihr Repertoire. Angermann ist stolz, in Heiligenhaus ein Ensemble zu haben, „das auch anspruchsvolle Stücke spielen kann“ und blickt zuversichtlich auf Samstagabend. Karten gibt es für sechs, ermäßigt nur drei Euro in der Musikschule, im Bürgerbüro und im Kulturbüro.