Rheinische Post , 11.12.2007

 

Doppelt ausverkauftes Haus
VON RUTH ORTLINGHAUS

Heiligenhaus (RP) Mehr als 1000 Gäste kamen zu den
beiden Musikschulkonzerten. Zweimal stimmte einfach alles:
von der Bühnendekoration bis zum sehr niveauvollen
Programm. Dafür gab es Ovationen.

Mit mehr als 1000 Gästen an zwei Tagen vor jeweils ausverkauftem Haus wurde das weihnachtliche Wunschkonzert der Musikschule zum niveauvollsten der vergangenen Jahre. Zwar hatte es bereits im letzten Dezember lang anhaltende stehende Ovationen für hervorragende Leistungen gegeben, aber am vergangenen Wochenende stimmte einfach alles. Die aparte Bühnendekoration mit bildschönen glitzernden Sternen vor dunklem Grund, ein abwechslungsreiches Programm von der Klassik bis zur Moderne mit jazzigen und poppigen Stilelementen, eine reizvolle Choreographie mit Einsatz unterschiedlicher Instrumente in den Standardgruppen und vor allem klangschönes ausdrucksstarkes Musizieren.

Lebendige Interpretationen

Und das in höchst lebendigen authentischen Interpretationen, in klaren Ab- und Übereinstimmungen, ob bei den einzelnen Ensembles, dem Kinderchor, den Sängerinnen oder im Zusammenspiel aller.

Ein erneuter Beweis, dass die Musikschule ihr Ziel zum aufgeschlossenen modernen musischen Bildungsinstitut im privaten und öffentlichen Raum erreicht hat. Der bezaubernde "Tanz der Schneeflocken" von den Vorschulkindern gab einen stimmungsvollen Auftakt. Die gewohnt üppige Strahlkraft des Blasorchesters (Tschaikowsky und Lloyd-Webber) mit den rhythmischen Akzenten des Schlagzeugs leuchtete auch bei diesem Konzert. Ebenso mit "Winter Wonderland" und einem "Dschungelbuch-Medley" die Bläser-Band "Swinxxxxxx". Im jazzigen Spannungsfeld intonierte ein kleines Bläserquintett sehr schön swingend "White Christmas". Das Gitarrenensemble, geschickt verstärkt durch einen Kontrabass (Dietrich), spielte in sauberen Klangschichtungen Pachelbels "Kanon in D", in stimmiger Tonmalerei ein Beatles Medley und "The unforgiven". Mit tollem Biss und fantastischem Fortissimo glänzte das Schlagzeugensemble in Pecks "Lift off".

Der Kinderchor ließ mit Weihnachtsliedern in zarter melodiöser Artikulation aufhorchen, auch die Klangwelten der musikalischen Grundausbildung und Blockflötengruppe. Schöne Modulationen waren zu hören von einer Gesangsgruppe.

Im Traditional "All night, all day" machten vier Sängerinnen ihrem Namen "Nachtigallen" Ehre. Grandios hatte Andreas Dietrich alle Fäden in der Hand, führte sein Akkordeon- und Sinfonieorchester mit schmissigen Interpretationen von Abba, Robert Williams zu Höchstleistungen - klangschön homogen Werke von Bach und Mozart.

In "Der Hölle Rache" bezauberte Jana Anna Burg in samtigen perligen Läufen als Soloflötistin. Dietrich bereicherte mal mit dem Kontrabass, dem Akkordeon oder dem Keyboard die einzelnen Ensembles, führte geschickt alle Orchester gemeinsam in schmissigen Kino-Highlights ebenso wie in "Angels" zum fulminanten Schluss.

Bravo für alle.

INFO

Ein Musikschulkonzert müsse vier Generationen ansprechen und sei in der Programmwahl schwierig, betonte Andreas Dietrich. Laut Umfrage erreichten den Lehrkörper 1048 Musikwünsche, davon 398 unterschiedliche.

Zwei jeder Musiksparten wurden in das Konzert eingebunden. Kompositionen und Interpretationen von Bach, Mozart, Lloyd-Webber, Robert Williams, Abba, Beatles und das weltweit bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht“.