WAZ, 12.02.16

 

 

Ausgezeichnete Heiligenhauser Jungmusiker

Drei Talente der Musikschule sind Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Teilnehmerzahl gehen zurück. Viele Kinder scheuen die Doppelbelastung Schule/Wettbewerb

„Jugend musiziert“ – und Heiligenhaus ist ganz vorne dabei. Stolz sein können sowohl die Lehrer der hiesigen Musikschule als auch die drei Preisträger des diesjährigen Regionalwettbewerbs: Das fleißige Üben hat sich gelohnt. Mit zwei ersten und einem zweiten Preis konnten die Heiligenhauser Teilnehmer nach Hause gehen.

Der zwölfjährige Elias Mitropoulos (Violoncello) wurde Erster, die gleichaltrige Adea Dedinca (ebenfalls Violoncello) errang den zweiten Platz in der entsprechenden Altersgruppe. Anna Mitropoulos (9) wurde Erste auf der Geige in ihrer Altersklasse. Neu bei „Jugend musiziert“ war keiner von den Dreien, Anna und Adea nahmen zum zweiten Mal, Elias sogar schon zum vierten Mal teil.

„Beim letzten Mal war ich noch aufgeregter“, erinnert sich Anna, die Geige unters Kinn geklemmt, an ihre Auftritte. „Ich hab beim Wettbewerb das Concerto in a-moll von Vivaldi gespielt und die „Romanze“ und die „Mazurka“ von Baklanova.“ Geübt hat sie dafür mit ihrer Geigenlehrerin Claudia Ohsmann.

„Leider gehen die Teilnehmerzahlen bei „Jugend musiziert“ in den letzten Jahren immer mehr zurück“, erzählt Cello-Lehrerin Marion Matthes, „viele Schüler können und wollen sich der Doppelbelastung von Schule und intensivem Üben nicht mehr aussetzen.“ Ein „enormer Aufwand“ sei die Teilnahme, stimmt auch Christina Mitropoulos-Bott, die Mutter von Elias und Anna, der Lehrerin zu. „Aber die Kinder haben die Auszeichnung, mit sehr guten Lehrern arbeiten zu können und bekommen eine wirklich gute Vorbereitung“.

Lange Vorbereitung

Das Kompliment gibt Matthes gern an ihre Schüler weiter: „Ich mache das sehr gerne. Man merkt, dass die Schüler ein Ziel haben. Wir kommen schneller weiter und es ist ein leichteres Arbeiten.“ Ein halbes bis dreiviertel Jahr dauert die Vorbereitung auf den Wettbewerb, ein bis zwei Stunden täglich wird zuhause geübt. „Das Teilnehmen macht total viel Spaß, sogar das Üben vorher“, erzählt Adea begeistert, „man weiß, wo man sich verbessern möchte.“ „Das ist aber nicht so wie eine Casting-Show“, erzählt Elias. Dennoch – die Tatsache, am Ende mit einer guten Platzierung dazustehen, findet Elias, der auch noch Orgel lernt und gern zusammen mit Mutter und Schwester Musik macht, „cool“. Die Ansprüche sind hoch, die Jury sehr genau. Matthes: „Die Schüler erhalten aber vorher auch eine Rundumbetreuung, technische Details der Stücke werden analysiert und alles bis auf die letzte Note auseinandergenommen.“

Was für Tipps haben die Nachwuchs-Musiker für zukünftige Wettbewerbs-Teilnehmer? „Viel üben“, empfiehlt Elias, „Spaß haben“, steuert Anna bei und Adea, deren Schwestern auch musizieren, wird nachdenklich: „Wollen muss man – sonst hat das keinen Zweck.“

Verena Sarnoch

 

 

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