WAZ, 12.03.2017

 

 

Junge Musicaldarsteller
begeistern in Heiligenhaus

Das Musikschul-Musical „Stroh zu Gold“ feierte am Samstag Premiere. Lehrerin Annette Söllinger ist stolz über das Ergebnis des Projektes.

Das Licht in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums erlischt, der Vorhang schwingt zu beiden Seiten der großen Bühne auf, eine liebevoll gestaltete Kulisse kommt zum Vorschein. Das Innere eines Bauernhauses, ein Spinnrad steht am Rand. Die Musiker vor der Bühne heben ihre Instrumente an, die ersten sauberen Töne erklingen und ein lieblicher Gesang setzt ein; das Musical „Stroh zu Gold“ beginnt.

Lampenfieber und Aufregung bei den Sängern und Musikern vor und auf der Bühne lässt sich während der Premiere nicht erahnen – vielleicht, weil es in der freien Interpretation des Märchens „Rumpelstilzchen“ aus der Feder der Musikschullehrerin Annette Söllinger vor allem darum geht, wie man mit Angst und Aufregung umgeht: „Wenn das Herz dir in die Hose rutscht, dann heb’ es wieder auf“, singen die Figuren und so lautet auch die Botschaft des handgemachten Musicals.

Bruder schwärzt sie beim König an

Müllerstochter Lisa, mit süßer Stimme dargestellt von Viviane Frisch, liebt das Dichten, ihre Leidenschaft allerdings verwandelt sich in ihr Schicksal. In einem ihrer Gedichte schreibt sie von einer wunderbaren Gabe; ihr Bruder nimmt das für bahre Münze: „Sie behauptet, sie könne Stroh zu Gold spinnen“, schwärzt Peter (Jakob Bierwolf) Lisa in Gegenwart des Königs an. Dieser, mit kräftiger Stimme verkörpert von Julian Schnell, wittert: „Damit ließe sich die Staatskasse sanieren.“ Lisas Schicksal nimmt seinen Lauf, da sie in Wahrheit Stroh nicht zu Gold spinnen kann, hilft ihr ein unheimliches Kerlchen – als Gegenleistung fordert er ihr Kind.

Musikalisch von eingängigen und verzaubernden Melodien getragen, unterstützen Lisa ihre beiden Freunde Kater Murdi (Emily Kuhn) und Kindermädchen Käthe (Valerie Sophie Diercks). Sie begleiten Lisa auf ihrem Weg, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und der Situation, in die sie unverschuldet geraten ist, zu entrinnen. Mit Freundschaft und einer große Portion Mut gelingt es Lisa schließlich, das unheimliche Kerlchen, überzeugend frech gespielt von Henry Schumacher, zu überlisten und sich ihrer Familie und dem König zu offenbaren.

Glückliches Ende nach zwei Stunden

Ein glückliches Ende, dem Groß und Klein zwei Stunden lang im Strom der Musik entgegenfieberten. „Ich fand das Musical ganz toll“, erzählt die 12-jährige Henrike, die am Ende begeistert aufsprang und reichlich applaudierte, „auch die Kostüme waren super.“ Von der Idee über das Arrangement bis hin zu Kostümen und Bühnenbild ist das Musical eine handgemachte Produktion der Musikschule.

Annette Söllinger, die ihre Idee zunächst zu Papier und das Musical schließlich auf die Bühne brachte, ist sichtlich stolz: „Jetzt nach der Aufführung habe ich ein gutes Gefühl, auch wenn mir während der Entstehungszeit das ein oder andere Mal selbst das Herz in die Hose gerutscht ist.“

Lisa Lilienthal

 

 

Es wurde ein "runder, schöner Nachmittag", wie Margot Richter fand. Mit der Melodie von "Jesus Christ Superstar" wurde das Weihnachtskonzert beendet.