Rheinische Post , 12.12.2011

 

Musik ist die schönste Bescherung
VON RUTH ORTLINGHAUS

Heiligenhaus (RP)

Stehende Ovationen gab es für die Musikschulkonzerte in der Kant-Aula. Lehrende und Lernende hatten ein spannungsreiches Programm vorbereitet. Bei dem Evergreen "Rudolf, the Red-Nosed Reindeer" tobte der Saal vor Begeisterung.

"Stern über Bethlehem" hieß das Motto der beiden Musikschulkonzerte in der Kant-Aula. Kindliche und jugendliche Musizierfreude, gepaart mit Können, honorierten Hunderte von Besuchern jeweils mit lang anhaltenden Ovationen.

Sie galten gleichermaßen den Lehrenden und Lernenden. Denn das Niveau zeigte, wie der Bildungsauftrag von einem engagierten Lehrkörper im fundierten Kontext von Theorie und Praxis erfolgreich vermittelt wird.

Weihnachtliche und winterliche Melodien vom 16. Jahrhundert bis in die Moderne standen in einem spannungsreichen Mix aus Klassik, Pop, Rock, fetzigen modernen Stilelementen und Rhythmen auf dem Programm.

Fantasievoll in rot-weißen Kostümen als kleine Weihnachtsmänner und -frauen verkleidet, gaben die Jüngsten einen Einblick in die tänzerisch-rhythmische musikalische Früherziehung. Weihnachtliche Traditionells mit feinen sauberen Intonationen in klaren Artikulationen gab es von der Spatzengruppe und dem Kinderchor, die das Publikum begeisterten.

Ebenso melodienreich spielten die Ensembles der Celli und Blockflöten. Mit flotten Rhythmen, klangreichen Intonationen, rockiger Strahlkraft und akzentreichen Percussionsschlägen glänzte erneut das Blasorchester mit Auszügen aus "Phantom der Oper", Helms "Jingle Bell Rock" und Stynes "Let it Snow". Bei dem Evergreen "Rudolf, the Red-Nosed Reindeer" tobte der Saal vor Begeisterung.

Das neue "Ensemble Surprice", bestehend aus fünf Keybords und zwei Saxophonen, erschloss mit Roszas "Stern von Bethlehem" und Williams "Lost World" ("Jurassic Park 2") aus einem berühmten Spielberg-Film in technischer Raffinesse ungewohnt fesselnde und neue effektreiche Klangbilder.

Das "Fantasieorchester", zusammengesetzt aus atypischen Instrumenten eines normalen orchestralen Klangkörpers, wagte sich an den berühmten schwierigen "Kanon in D" des Barockkomponisten Pachelbel. Kompositionen von Waldteufel und Coldplay erreichten in schönen homogenen Intonationen Ausdrucksstärke.

Gleich einem schwierigen Spagat zwischen Moderne und Klassik spielte das Gitarrenensemble "Nothing Compares 2 U", eine Ballade der amerikanischen Pop-Ikone Prince, und Tschaikowskis feinsinnigem "Andante Cantabile". Ungewöhnliche Rhythmen gelangen dem Schlagzeugensemble in Dahms "Bilder einer Baustelle". Alltägliche Klänge von Tonnen, Fässern und Elektrobohrern wurden zu reizvollen Tonmalereien. Einfach grandios.

Gewaltig war dann der Ausklang aller Ensembles mit Ausschnitten des Musicals "Starlight Express". Da wurde das gemeinsame Schlusslied "O du fröhliche" gleichzeitig zur Hommage an ein stimmungsvolles Weihnachtskonzert.