RP, 14.11.2013

 

Die Musikschule ist auf Wachstumskurs

760 Schüler lernen, ein Instrument zu spielen. Es gibt Wartelisten.
Hinzu kommen die Ensembles. Positive Signale im Zweijahresbericht.

Die Musikschule legt Zahlen vor: 760 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden in 235,76 Jahreswochenstunden von 17 Lehrern unterrichtet. In 933 sogenannten "Schülerbelegungen" sind sowohl die Schüler der Bläser- und Streicherklassen und die Teilnehmer des Programms "Prima®Musiker" berücksichtigt – wie auch die Belegung mehrerer Fächer durch einen Schüler. Das geht aus dem Zweijahresbericht hervor, den die Musikschulleitung für die Jahre 2011 bis 2013 zusammengestellt hat.

Vor den Haushaltsberatungen präsentieren die Musiklehrer ihre Zahlen im Ausschuss für Bildung und Sport. Sie betreiben damit zugleich Werbung in eigener Sache. Die Datenlage liefert Anlässe dazu: "Es ist gelungen, die Anzahl der Schüler, die in Ensembles und Orchestern musizieren, seit 1997 zu steigern, obwohl durch Reduzierung der Gesamt-Jahreswochenstunden die Schülerzahlen seitdem kontinuierlich abgenommen haben. Dies ist angesichts der steigenden Belastung der Schüler durch GS und der abnehmenden individuell verplanbaren Freizeit durch lange Schultage und Ganztagsbetreuung eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Auch im Jahr 2013, in dem zwei Jahrgänge gleichzeitig Abitur machten, konnten die Mitwirkendenzahlen in etwa auf gleichem Niveau gehalten werden", heißt es in dem Papier.

Den über lange Jahre anhaltenden Wachstumskurs dokumentiert die Ensemble-Statistik: Am 1. Juli 1997 spielten 158 Musikschüler mit, im Jahr 2000 waren es 179. Zum Stichtag 1. Juli 2012 zählte man 206, ein Jahr später 215 junge Ensemblemitglieder. Kinderchor und -orchester sowie Blas- und Akkordeonorchester nehmen hier die Spitzenplätze in der Beliebtheitsskala ein.

In Bläser- und Streicherklassen, außerdem in der Gitarren- und der Keyboardgruppe arbeitet die Musikschule mit dem Kant-Gymnasium und der Realschule zusammen. Ein besonderes Modell gibt es für das KG: Fünf Gitarrenschüler nutzen das "Drehtürmodell". Für sie findet Musikunterricht am Vormittag statt. Die Schüler verlassen ihren regulären Klassenunterricht und gehen für eine Schulstunde zum Instrumentalunterricht. Dieses Modell möchte die Musikschule möglichst von sofort an auch für Klarinetten- und Saxofonschüler anbieten. Überhaupt ist die Zusammenarbeit mit den Regelschulen organisatorisch nicht einfacher geworden. Das macht sich besonders in beliebten Fächern wie Gitarre, Schlagzeug und Violine bemerkbar. Dort gibt es lange Wartelisten mit Wartezeiten von über zwei Jahren. In fast allen anderen Fächern bestehen ebenfalls Wartelisten, hier können die Schüler aber meist nach etwa einem halben bis einem Jahr Unterricht in ihrem Wunschinstrument bekommen.

Das Problem aus Sicht der Musikschule: "Die Einteilung gerade von Anfängern in Gruppen ist eine Maßnahme zum Abbau der Wartelisten, die wir gern öfter anwenden würden. Die immer ausgedehntere zeitliche Beanspruchung der Schüler durch Schule und offenen Ganztagsbetrieb erschwert leider eine gemeinsame· Terminfindung immens."

Von Paul Köhnes