WAZ, 16.06.2014

 

Junge Heiligenhauser Musiker waren klare Sieger

Musikschüler zeigten beim Sommerkonzert in der Kant-Aula eine ebensolche Spielfreude wie die WM-Kicker auf dem Rasen. Diesmal mit südamerikanischen Klängen. Eine Nachlese.

Es gipfelte darin, dass über 100 Jugendliche zusammen „YMCA“ spielten, gleich zweimal hintereinander. Denn die Leute wollten nicht raus, sondern Zugabe um Zugabe.

Dabei hatte Andreas Dietrich aus dem Leitungsteam der Musikschule es am Anfang in Fußball-WM-Metaphern formuliert: das Sommerkonzert der Musikschule am Samstag in der Kant-Aula. Die Gegner hießen u.a. Grieg, Händel, Debussy und Freddie Mercury. Und die jungen Musiker waren voller Kampfgeist. So konnten dann weder herunterfallende Blechdosen noch Fehlstarts des Drumcomputers die Spielfreude bremsen, als das Fantasy-Orchester (unter Andreas Dietrich) Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ und Dmitri Schostakowitschs berühmten „Zweiten Walzer“ in den Saal schmetterte.

Vor allem an knallig karnevalistische Klänge (Stichwort Brasilien) wagte sich die junge Musikerschwadron diesmal. So das Schlagzeugensemble (Leitung: Kai Angermann), das u.a. „La Cucaracha“ und „Carnaval de Caribe“ hinpolterte und -xylofonierte. Dem Publikum gefiel das gut.

Das nächste Mal beim Weihnachtskonzert

Die Schüler der städtischen Musikschule werden sich nun zunächst in die Übungsräume am Südring zurückziehen. Zu hören sind sie wieder zum Weihnachtskonzert.

Die Termine kann man sich jetzt schon vormerken: Samstag, 6. Dezember, und Sonntag, 7. Dezember, jeweils ab 17 Uhr, wie immer in der Aula des Kant-Gymnasiums.

Das Blasorchester von Barbara Trottmann gab eine durchweg überzeugende Vorstellung, klassisch mit dem „Phantom der Oper“ und wiederum karibisch mit James Barnes’ „Carribean Hideaway“. Das Gitarrenensemble blieb lateinamerikanisch mit Santanas „Ode Como va“, es gab aber auch etwas europäischere Tanzmusik: zwei Händel-Menuette.

In eine ganz andere Richtung ging da der Kinderchor von Annette Söllinger mit sehr schönen, keltisch anmutenden Liedern, gesungen von zwei dutzend klaren Kinderstimmen. Darunter auch fünf Solisten: Chiara Maischatz, Valerie Diercks, Henry Schumacher, Jakob Bierwolf und Kristina Kardum. Das Lied „Stroh zu Gold“ hat Söllinger übrigens selbst komponiert.

Als Kammermusiker stachen auch Vanessa Twardzik und Nicola Anicic hervor, sie gaben von Claude Debussy das beschwingte Lied mit dem politisch heute nicht mehr korrekten Titel „Le petit nègre“. Unbeirrbarkeit bewies auch das Flötentrio aus Larissa Träger, Kristina Kruse und Katrin Sparr. Sie ließen sich nicht von Griegs „Morgenstimmung“ unterkriegen, obwohl das Stück den Instrumentalisten einiges abverlangte.

Man kann sagen: Die musikalischen Gegner wurden besiegt. Insgesamt konnte das Publikum also zufrieden sein, als es schon um 18.30 Uhr vor die Aula in den Grillabend trat. Zu Würstchen und Musik. Und ganz ohne Unwetter und Vorbereitungsstress.

Fabian May