Rheinische Post , 20.06.2011

 

Reise durch die Musikwelt
VON RUTH ORTLINGHAUS

Heiligenhaus (RP)

Das Konzert der Musikschule mit Sommerfest des Fördervereins wurde trotz Krankheit des Dirigenten und dunklem Himmel zu einem großen Erfolg. Pädagogen und Schüler zeigten ihr Können.

Das Konzert der Musikschule sollte heiter werden und das anschließende Sommerfest des Fördervereins feucht-fröhlich. Leider fielen Schatten auf die Veranstaltung. "Stardirigent" Andreas Dietrich war schwer erkrankt und drohende Wolken am Himmel verhießen Unwetter. Aber beste Improvisationen, gute Leistungen aller Ensembles in einem tollen Programm von Klassik über Rock bis hin zu modernen Stilelementen und dazu Sonnenstrahlen am Abend brachten den gewünschten Erfolg.

Wieder einmal zeigte die Musikschule in einem Konzert die ausgezeichnete Arbeit ihrer Pädagogen und die vielseitige Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Keine Begrüßung hätte schöner sein können als der "Cowboytanz" der Früherziehung. Mit den prächtigen Hüten, den flatternden Tüchern, den Umdrehungen und dem rhythmischen Fußstampfen assoziierten die Kleinen einen fantasievollen Ritt durch die Prärie. Ausgefeilt klangvoll in vier Ministücken des Celloensembles spiegelte sich der herrliche Klang des Saiteninstrumentes, schwungvoll intoniert das amerikanische Traditional "Polly Wolly Doodle".

Feuerwerk mit Blockflöten

Händels Feuerwerksmusik, in der der Bläserklang überwiegt, eignete sich in einem Menuett als Arrangement ausgezeichnet für Blockflöten, schön herausgespielt wurde von den kleinen Flötistinnen ebenfalls Orloffs Songtext "Komm nach Haus".

In Schuberts "Die Post" und dem Folk Song "Swanee River" (solistisch schön klangrein: Nathalie, David, Vallery und Friederike) gelangen dem Kinderchor sehr sauber artikulierte melodiöse Vorträge, auch zusammen mit den Spatzengruppen im bekannten Kinderlied "Ich schenk dir einen Regenbogen". Empfindsam mit klangvollem Stimmpotential sang Magdalene Wolk ihre Eigenkomposition "Keep chasing me" und den emotionalen Hit "Memory" aus "Cats". Stilecht im Stil der Renaissance gelang dem Gitarrenensemble "Aria und Paduan" von Dowland.

Dezent begleiteten die Gitarren das Largo aus einem Flötenkonzert Vivaldis, das Larissa Dräger (Querflöte) klangprächtig und in vollen barocken Läufen spielte. In Santanas Latin Rock "Samba Pa Ti" glänzte Gitarrist Christian Haverkamp als Solist.     Wie gewohnt setzte Barbara Trottmann mit ihrem Blasorchester schwungvolle Leuchttupfer, schöpfte im Finale von Strawinskys "Feuervogel" die zarten Feinheiten neben verwirrendem Farbenrausch voll aus. Souverän führte sie das Orchester mit einem Thema aus Dvoraks 9. Symphonie zu klangschönen Melodien.

Geigenlehrerin Ruth Stammberger entlockte im spontanen Dirigat in "The best of Greenday" dem Orchester punkig-rockige Intonationen. Das Schlagzeugensemble punktete mit gewaltigen Rhythmen in "Quartet for Paper Bags". Fulminanter Ausklang aller mit dem Beatles-Hit "Yellow Submarine".