Rheinische Post, 25.02.2017

 

 

Musikschüler proben für
große Premiere

Seit zwei Monaten steigt das Lampenfieber: Am 11. und am 12. März werden sie das Musical "Stroh zu Gold" uraufführen.

Mitten in Heiligenhaus rottet sich ein Rudel Wölfe zusammen. Zähne werden gebleckt und Augen funkeln. Doch an dieser Stelle Entwarnung: Es ist der Wolfs-Chor, der sich hier auf der Bühne der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums zusammen gefunden hat, und der gehört zum brandneuen Kinder- und Jugendmusical der Musikschule, "Stroh zu Gold".

Am 11. und 12. März werden rund 40 Kinder und Jugendliche das Stück in der Aula zeigen, eine Uraufführung. Geschrieben und komponiert wurde das komplette Werk von Annette Söllinger, die an der Musikschule unter anderem den Kinderchor betreut. "Es ist die Geschichte von Lisa, die Stroh zu Gold spinnen soll, es aber nicht kann. Der 'Unheimliche' hilft ihr, verlangt aber etwas dafür und das ganze läuft aus dem Ruder. Aber Lisa bekommt Hilfe", erzählt Hauptdarsteller Henry Schumacher.

Der märchenhafte Stoff ist vertraut, die Umsetzung spannend. Henry Schumacher spielt und singt den "Unheimlichen", dessen Name hier nicht verraten wird - eine Rolle, die ihm sichtlich Spaß macht. "Bis auf einen Moment im Stück bin ich die ganze Zeit allen überlegen, und ich darf richtig böse sein", freut sich der Heiligenhauser mit glockenheller Gesangsstimme.

Nachdem er den Kinderchor eigentlich schon verlassen hat, ist er für das Musical noch mal mit an Bord; ein Glücksgriff, findet Söllinger. "Die Lieder sind nicht leicht zu singen, die Rolle nicht leicht zu spielen", weiß die Autorin des Stückes, die sich auch sonst eine tolle Besetzung zusammen gesucht hat.

Die Proben zu dem Stück laufen seit zwei Monaten, und die Uraufführung rückt näher. "Die Musik ist super geschrieben", findet Henry, es sei eine spannende Mischung an Richtungen. Für die Autorin ist es dabei gar nicht so leicht, "ihr" Stück mit den Augen eines Regisseurs zu sehen. Bei den Proben sitzt sie hochkonzentriert am E-Piano, vor ihr das Libretto, das durch das Stück leitet und ganz nebenbei "bändigt" sie ihr Wolfsrudel. Während diejenigen die gerade nicht auf der Bühne stehen, ihre Kostüme anprobieren.

Einige der Stücke gab es vorab schon beim Auftritt des Landespolizeiorchesters zu hören, ganz besondere Werbung für ein Stück, das der Musikerin und Musikpädagogin Söllinger ein echtes Herzensprojekt ist. "Es geht um Schuld und die Frage, wie man richtig handelt." Die Idee zu einem Musical rumorte schon lange in der Musikerin. "Seit zehn Jahren habe ich die Idee mit mir herum getragen. Ich habe immer mal wieder Stücke geschrieben, und angefangen, Szenen zu entwerfen. Im letzten Jahr wurde die Idee für ein Musical dann konkreter."

Die Grundidee stammt dabei aus ihrer eigenen Theaterzeit, in der sie die zentrale Frage "Wie konntest du das tun?" eines Stückes besonders beschäftigt hat. Für die beiden Aufführungen gibt es Hilfe vom Förderverein der Musikschule. "Es geht hier vor allem um die Kosten für musikalisches Equipment oder Materialkosten", heißt es aus den Reihen des Fördervereins.

Henry wünscht sich, dass die Aufführung möglichst viele Menschen begeistern kann. Ähnliches hofft auch die Autorin Annette Söllinger: "Ich fände es schön, wenn das Stück die Zuschauer berühren kann, denn es es mehr als nur ein Kindermusical."

Henry Kreilmann

 

 

Es wurde ein "runder, schöner Nachmittag", wie Margot Richter fand. Mit der Melodie von "Jesus Christ Superstar" wurde das Weihnachtskonzert beendet.