WAZ, 25.06.2012

 

Sanft und sommerlich frisch

So viele junge Musiker sind selten zu Gast in der Aula des Immanuel Kant Gymnasiums. Kein Wunder also, dass die Bühne aus Platzmangel kurzer Hand einfach in die Zuschauerränge vorverlegt werden musste. Die verschiedenen Orchester und Ensemble der Musikschule stellten beim Sommerkonzert in einer familiären Atmosphäre ihr Können unter Beweis. Dann gibt ihm Musikschulleiter Andreas Dietrich den Einsatz und Elias fängt an. Die Nervosität ist einem konzentrierten Blick auf den Notenständer gewichen und Elias spielt sich auf der Tonleiter schnell in die Herzen der Zuschauer. Alte Hasen auf der Aula Bühne hingegen sind das Fantasy- und das Blasorchester der Musikschule. Doch auch die eingespielten Musiker müssen immer noch die Schulbank drücken. „Das ist wie mit den Fußballspielern. Die müssen auch immer wieder trainieren, um die Laufwege beim Spiel zu beherrschen“, weiß Dietrich. Und auch die Heiligenhauser Ensembles müssen am Ball, Pardon, am Instrument bleiben, um bei Konzerten den richtigen Ton zu treffen.Neben vielen Klassikern der Musikgeschichte mischten sich auch einige Neurungen in das Programm des Sommerkonzertes. Das Fantasyorchester stimmt bis zur letztens Sekunde noch die Instrumente für das bevorstehende Medley der britischen Rockgruppe „Queen“. Kult-Songs wie „Bohemien Rhapsody“ oder „Radio Gaga“ klingen nämlich fast genauso schön mit Geige und Akkordeon wie mit E-Gitarren. Das besondere daran: Die jungen Musiker müssen mit ihren Instrumenten die Stimme von Leadsänger Freddy Mercury ersetzen. Das Gitarren Ensemble setzt ebenfalls auf Rock – aus Kanada. Nickelbacks „When we stand together“, klingt mit Akustik-Gitarren gespielt ungewohnt sanft und sommerlich frisch.Gitarren setzen auf Rock Zum Abschluss des Sommerkonzertes wird es noch einmal „very british“. Mit dem berühmten „Pomp and Circumstance“ verabschieden sich die Musiker von ihrem Publikum. „So wie sich die englischen Orchester aus der Freiluftsaison verabschieden“, verrät Dietrich. Für die Heiligenhauser geht es nach getaner Arbeit jetzt allerdings erst ins Freie. Während die letzten Töne des Edward Elgar Klassikers in der Aula ertönen, wird draußen bereits der Grill angeheizt.

Von Kirsten Gnoth