WAZ, 28.02.2017

 

 

Märchen-Musical der Musikschule
wird bald Wirklichkeit

Die Musikschul-Produktion „Stroh zu Gold“ feiert am 11. März Premiere. Die jugendlichen Schauspieler proben mehrmals pro Woche nach der Schule.

Mit routinierten Handgriffen baut Musikschullehrerin Annette Söllinger ihr Keyboard auf. Vor der Aula-Bühne lichtet sich das Gewirr aus Kabeln, als Viviane Frisch und Valerie Diercks durch die Tür kommen. Die beiden spielen im Musical der Heiligenhauser Musikschule mit und treffen sich mehrmals in der Woche mit ihren Gesangskollegen in der Aula des Gymnasiums.

Die Proben zum Stück „Stroh zu Gold“ stecken mittlerweile in der heißen Phase. Nun dauert es nicht mehr lange, dann singen Frisch und Diercks nicht mehr nur vor leeren Stuhlreihen, sondern vor einem gespannten Publikum.

Proppevoller Probenplan

Die Idee zum Märchen-Musical geisterte Annette Söllinger schon länger im Kopf herum. Nach einiger Zeit konnte ein Lied schon von den Schülern gesungen werden. Schnell sprang der Funke über und die Kinder wollten mehr. „Vor fast einem Jahr habe ich dann angefangen, mich intensiv mit der Ausarbeitung des Stückes zu beschäftigen“, berichtet die Musikschullehrerin. Nun nehmen die Songs auf der Bühne hörbar Gestalt an.

„Das Musical war von Anfang an mehr als nur Papier. Es war in meinem Kopf, ich habe es auf dem Klavier gespielt und mir vom Computerprogramm vorspielen lassen“, sagt Annette Söllinger. Zu sehen, wie nun die Rollen auf der Bühne von Schauspielern belebt werden, erfüllt sie zum einen mit Stolz, zum anderen bedeutet es aber auch eine Menge Arbeit.

Der Probenplan der Musical-Gruppe ist rappelvoll. An mehreren Tagen in der Woche treffen sich die Jugendlichen in der Aula, um Szene für Szene des Stücks durchzuspielen. Eine von ihnen ist Viviane Frisch (17). Angefangen hat die Velberterin im Alter von acht Jahren im Kinderchor von Söllinger. Als sie 13 war, kam dann der Gesangunterricht dazu. Für „Stroh zu Gold“ schlüpft Viviane in die Rolle von Müllers-Tochter Lisa. „Anfangs ist es eine sehr fröhliche Rolle, die sich von nichts reinreden lässt. Aber dann wird sie durch ein Problem aus dieser Fröhlichkeit gerissen“, verrät Frisch.

Faszinierende Stimmungswechsel

Dieser Stimmungswechsel ist es, der die 17-Jährige an der Rolle fasziniert. Zum ersten Mal zählt nicht nur das Gesangstalent der jungen Frau, sie muss auch schauspielerisch auf der Bühne alles geben. „Ich bin nicht ich selbst und muss Dinge tun, die ich sonst nicht tue“, beschreibt die Velberterin, „aber Musik ist meine Welt.“

Die beste Freundin von Müllers-Tochter Lisa im Stück heißt Käthe und ist von Beruf Kindermädchen. Sie wird gespielt von Valerie Diercks. Im wahren Leben muss Diercks allerdings noch ein paar Jahre die Schulbank drücken. Die heute 15-Jährige Heiligenhauserin war ebenfalls im Kinderchor der Musikschule, bis sie diese Leidenschaft aus Zeitgründen aufgeben musste.

Der Musik treu geblieben

Der Musik blieb Diercks aber dennoch treu. „Mit Musik kann man sehr viel ausdrücken. An einem schlechten Tag lenkt sie mich ab und ich komme runter“, erklärt die Heiligenhauserin. Wie ihre Velberter Musical-Kollegin spielt sie zudem auch mehrere Instrumente.

Wie sich die Geschichte von „Stroh zu Gold“ auflöst, bleibt bis zur Premiere am 11. März ein Geheimnis. Dann werden alle Schauspieler, Musiker und der Chor auf der Bühne in der Aula stehen und die Geschichte zum Leben erwecken. Einen Tag später gibt es jedoch noch eine Vorstellung. Beide beginnen jeweils um 17 Uhr.

Kirsten Gnoth

 

 

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