WAZ , 28.03.2011

 

Infotag
Schiefe Töne erlaubt
VON MAURICE KÖSLING

Heiligenhaus (WAZ)

Wer am Tag der offenen Tür durch die Musikschule wandert, der erblickt viele stolze Mütter und Väter. Stolz sind sie, dass ihr Kind zum ersten Mal die Gitarre in der Hand hat, am Schlagzeug trommelt oder ins Saxofon pustet.

„Schatz, das machst du toll – wie Gary Moore“, hört man im Gitarrenraum. Noch leicht unbeholfen werden erste Töne aus den diversen Instrumenten der Musikschule gepresst. Schüler der Schule erklären den angehenden Musikern bereitwillig, wie‘s geht.

„Der Tag der offenen Tür ist dazu da, damit Interessenten gucken können, welches Instrument zu ihnen passt. Man hat nicht oft die Chance mal alle möglichen Instrumente an einem Tag auszuprobieren“, sagt Christopher Thomas. Zusammen mit Andreas Dietrich und Claudia Krauße leitet der Diplom-Musikpädagoge die Musikschule. Ihm ist wichtig, dass Kinder ein Instrument erlernen: „Es fordert das Gehirn und steigert die kognitiven Fähigkeiten. Es ist auch ein Ventil um einen klaren Kopf zu kriegen und Dinge zu verarbeiten.“

„Jeder kann ein Instrument erlernen“

Ein Ablaufdatum zum Musizieren gebe es nicht. „Jeder kann ein Instrument erlernen. Egal wie alt.“ Deshalb bietet die Musikschule etwa das Eltern-Kind-Flöten für Kinder ab zwei Jahren an. Christopher Thomas (44) hat aber auch Schüler in seinem Alter – und ebenfalls eine Lösung für Berufstätige ohne Freizeit: „Da die Menschen immer älter werden, kann man auch im Rentneralter mit einem Instrument anfangen. Dann hat man noch gute 20 Jahre, um es zu perfektionieren.“

Seit letztem Sommer gibt es eine Kooperation mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium. Schüler werden stundenweise vom Unterricht befreit, um an der Musikschule Stunden zu nehmen. Christopher Thomas gefällt‘s: „Ich bin davon sehr angetan! Die Kinder sind morgens mit einer ganz anderen Konzentration dabei.“ Zudem helfe das Musische den Kindern beim Lernen.

Viele Orchester

Neben vielen Orchestern bringt die Musikschule auch Bands hervor. Nachdem eine Band der Musikschule gerade entwachsen ist, gibt es seit den Sommerferien gleich eine neue. Die Mitglieder sind zwischen zwölf und 26 Jahre alt. „Trotz des extremen Altersunterschiedes harmonieren sie sehr gut“, findet Christopher Thomas.

Die Heiligenhauser Musikschule ist relativ klein. „Dafür haben wir aber umso mehr Orchester. Das ist ungewöhnlich für die Größe der Schule, aber mich freut es sehr.“ Die diversen Orchester fahren jedes Jahr auf Orchesterfahrt nach Xanten. Auftreten werden sie als nächstes auf dem Sommerfest der Musikschule am 18. Juni und dann sei es „umso schöner, wenn man so viele tolle Orchester hat.“